11. Mai 2026

Vor dem Wasser ist auf dem Land

Es ging gut voran die letzten Tage. Morgen kommt Koraki ins Wasser.

1 Min. Lesezeit Brodersby 054°31′N · 009°43′E

Morgen ist es so weit. Koraki kommt wie geplant ins Wasser. Und es ist Zeit, einmal aus dem Tunnel namens Bootsarbeit zu kommen.

Diese „Angeln“ genannte Region zwischen Schlei und Flensburger Förde – ich kenne wenige Landschaften, die mir so gut gefallen. Endmoränen, hügelig. Durchsetzt mit kleinen Straßen, die stets mit Hecken aus Büschen und Bäumen gesäumt sind. Rehe, Fasane, Möwen, Seeadler … hier ist so viel Wildtier unterwegs. Wenn hier Archäologen graben, finden sie nichts von den Römern, dafür viel von den Wikingern. Bis 1864 war das hier Dänemark. Und es zeigt sich an Ortsnamen wie Brodersby (Korakis Heimathafen) oder an einer dänischsprachigen Minderheit. Gute Gegend. Über die Jahre, die ich hier mit Arbeit am Boot verbracht habe, fühlt sie sich erstaunlich vertraut an.

Zur Vertrautheit tragen auch die Gespräche mit den Bootsnachbarn hier bei, die auch einen Krantermin im Kopf haben, zu dem dann alles Notwendige erledigt sein soll. Vor allem mit Michael, der – wie es der Zufall will – auch ein Starnberger Kennzeichen hat, inzwischen aber in Brodersby lebt. Sie sind auch deswegen hierher an die Schlei gezogen, weil es sie an Schweden erinnert. (Sie haben einige Jahre in Stockholm gelebt.)

Jedenfalls eine Landschaft, die ich unglaublich gerne mag. Und es war gut, heute mal etwas früher Schluss zu machen an der Werft, mit den Arbeiten am Boot. Auch wenn die Liste der verbleibenden Arbeiten lang ist, es ist der Moment, an der Schlei Laufen zu gehen, danach die Beine baumeln zu lassen und ein Bier zu trinken.

Morgen geht es dann früh los, zum Kranen.

Korakis neues Unterwasserschiff
Korakis neues Unterwasserschiff
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